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Iroco - Tempô - Zeitenbaum

In vielen Kulturen dieser Welt spielen die Bäume eine besondere Rolle. Die Axis Mundi, der Weltenbaum verbindet Erde und Himmel und lässt unter seiner Krone die Geschehnisse und Geschicke des Lebens zu sinnstiftenden Geschichten werden.
      Iroco kann unsere konkreten Lebensgeschichten in den bunten Reigen ewiger Motive einschmelzen und in neuer Tiefe wieder ausspucken. Iroco ist auch Sinnbild für das "Wir", in das wir Menschen gestellt sind. Sind wir doch nicht, selbst wenn es mancherorts den Anschein hat, nur Menschen unter Menschen. Nein, wir sind Menschen unter Bäumen, zwischen Pflanzen, auf Erden mit Steinen, inmitten von Tieren und anderen Wesen, wir sind ein Wir einer vielschichtigen Welt. Dieses Eingeschmolzen- und Ausgespuckt-Werden inmitten eines grossen "Wir" in all seinen Widersprüchen und Eigenwillig-
keiten zu ertragen und zu geniessen, das ist die grosse Schule von Iroco, dem Orixá der Bäume, der in der Linie von Angola oft den Namen Tempô trägt und alle Rituale dieser Tradition unter seinem Schirm aufnimmt.
      Tempô, der Zeitenbaum, die Hüterkraft der Erinnerung, die unaufhörliche Brücke zwischen den Welten. Saravá o Tempo! Tempo oiô!
Yá Habiba, Februar 2013