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Yalorixá der Terra Sagrada

ist Mãe Habiba de Oxum Abalô. Sie ist die Achse des Terreiro und begleitet die Filhos auf ihrem Lernweg - in ihren individuellen Aufgaben und ihrer persönlichen Begegnung mit den Orixás.
 
Für spezielle Rituale arbeitet Mãe Habiba zusammen mit ihren Entitäten vor Ort in Zürich, Graz, im Rheintal, Wien und Berlin. Termine und Informationen dazu finden sich unter den jeweiligen Orten.

In besonderen Heil-Anliegen, können sie uns gerne schreiben, wir werden es an Yá Habiba weiter leiten: office(at)terrasagrada.info

Im Dienste der Verbundenheit
In einer Zeit, in der das Gebot des stumpfen Konsums die gesellschaftliche Organisation diktiert, elementare, soziale und spirituelle Ressourcen blind ausgebeutet werden, wir noch in so vielen historischen und aktuellen traumatischen Bewegungen verhaftet sind - in dieser Zeit liegt es nicht immer nahe, in der Liebe zu bleiben.
In der Liebe zu uns selbst, zu uns als menschliche Gemeinschaft, zu dem, was das Leben als Schöpfung ausmacht - jetzt.
Und doch: immer weiter in die Liebe einsinken, den Raum des Vertrauens auftauchen lassen, Dasein ganz - zum Leben, zum Handeln bereit. Das ist der Weg.
Wie glücklich bin ich, hat mich auf diesem Weg der Ruf der Orixás genommen und darf ich Schritt für Schritt die Tiefe und Vielfalt dieser spirituellen Tradition und ihrer Rituale erkunden, erleben, teilen und weitergeben. Sie sind Geleit und Herausforderung, Bündelung und Aufbruch.
Zutiefst dankbar bin ich allen Menschen und Kräften, die dazu beitragen, dass unsere rituelle Arbeit im Dienste der Verbundenheit wirken kann.
Möge der schützende Mantel der Liebe von Mamãe Oxum in den Giras und Assentamentos dieses Herbstes gegenwärtig sein und darüber hinaus....
Ora iê iê ô! Ya Habiba, August 2011

Was macht eine filha oder ein filho de Santo?

Orixá-Traditionen laden Menschen dazu ein, die vielen Wege eines "filhos de Santo" zu gehen. Orixás sind die in der Natur innewohnenden heiligen Kräfte. Es sind spirituelle Dimensionen von Quellen und Bergen, von Meeren und Wäldern, von Winden und Sonnen...
Ein filho, ein Kind, solcher Heiligkeiten zu sein, heisst manchmal in glückseliger Ekstase von ihrem Nektar genährt zu werden. Es heisst aber auch die Tradition der Hüterschaft für jene Kräfte, Elemente und Räume zu übernehmen. Für sie singen, für sie tanzen, für sie da sein und einstehen, sie wahrnehmen, in lebendiger Erinnerung behalten, sie pflegen und feiern.
Es bedeutet auch, der Welt und ihrem Lauf in Würde und Verantwortung, so grosszügig, mutig und offenherzig wie möglich zu begegnen. Nicht nur in den Ritualen auch im Leben, ganz konkret. Den eigenen Beitrag leisten, nicht mehr und nicht weniger. Möge uns dieser grossartig oder läppisch erscheinen - ungeachtet dessen: Einen Beitrag leisten. Das macht eine filha oder ein filho de Santo.
Mãe Habiba de Oxum Abalô, März 2011

Iemanjá - Urweib, Mutterkraft und Hüterin der Köpfe

Der 2. Februar gilt als der Festtag von Iemanjá - der spirituellen Kraft der Meere. Dann wird für sie gesungen, ihr wird gedankt und der heilig-exstatische Tanz der Filhas gilt ganz ihrer Umarmung.
Die Ozeane sind Räume der Schöpfung, der Grosszügigkeit, der Verbindung und des Gleichgewichts. Iemanjá hält die Waage zum grossen Feuer in und ausserhalb der Erde. Sie ist innig verbunden mit den Rhythmen von Licht und Dunkel, letztlich allen Rhythmen, die über Fruchtbarkeit und die Erneuerung der irdischen Ressourcen wachen. In den alten Mythen gilt sie auch als Hüterin der Köpfe. Wenn wir ihr zu Ehren Rituale ausrichten dann immer auch mit der Bitte im Herzen, dass in unsere Köpfe immer wieder Gleichgewicht, Einsicht, Vertrauen und Verantwortung einkehren mag, dass sie helfen möge, uns wieder zu verbinden mit dem guten Platz im Weltenlauf, zu unserem und zu ihrem Schutze. O doce Iaba! Odoyá Mamãe! Februar 2011, Yá Habiba de Oxum
 
Erde, Herz und Hand - Rituelle Gesten
Es war ein einfaches, kleines Ritual, in dem uns von der Bewegung erzählt wurde, die zwischen der Erde, dem Herzen und den Händen wirkt.
Davon, dass die Hände in vertrauendes Handeln kommen, wenn der Rhythmus des Herzens gehört und die tragende Kraft der Erde wahrgenommen werden kann. Und dass dieses Zusammenkommen von Erdwahrnehmung, Herzschlag und Handreichung dem Leben und der friedvollen Erneuerung dient.
Viele Gesten und traditionelle Haltungen im Tanz, der Kontemplation und im Ritual dienen dazu, solche Erkenntnisse nicht nur in unserem sprachlichen Bewusstsein lebendig zu halten sondern auch in uns ganz körperlich, ganz sinnlich, ganz leiblich wahrzunehmen.
Ich wünsche von Herzen, dass die Welt und wir Menschen nicht ganz damit aufhören, einander Gesten und Bewegungen zu lehren, die tiefe und liebevolle Geschichten in sich tragen.  Und dass wir die Freude und Ekstase erleben können, die entsteht, wenn sich ihr Zauber entfaltet.
Dezember 2010, Yá Habiba de Oxum
 
Ancestrais – die grossen Ahnenkräfte
Orixátraditionen sehen die Welt unentwegt von sichtbaren und unsichtbaren Kräften durchdrungen. In ihr tanzen Lebende und Ahnen, Natur- und Götterdimensionen vielschichtig ineinander verschlungen die „Urzeit und ihre Mythen".
Die Hinwendung zu diesem „Tanz" lässt uns mit Staunen und Schaudern erahnen, wie gross unser Eingebettetsein ins Leben wirklich ist, und wie wesentlich darin die friedvolle Verbindung und doch klare Grenze hin zur „Anderswelt" ist, in der die grossen Ahnenkräfte wirken.
Jenem friedvollen Verbinden bei schützenden Grenzen sind die Giras das Ancestrais dieses Herbstes in Wien, Graz, Zürich, Berlin und im Rheintal besonders gewidmet,
Yá Habiba de Oxum, September 2010
 
"Tief in dir, bist du, oh Mensch, der Gott als Baum, als Stein, als Tier"
Susanne Wenger, österreichische Künstlerin und Priesterin von Osun (Oxum) geb. 1915 Graz, Austria, gest. 2009, Oshogbo, Nigeria
Orixátraditionen erkennen "Heiliges" in den Kräften der Natur. Sie öffnen mit Tanz, Rhythmus, Gesang und Ritual einen Raum, in dem diese Kräfte nicht nur erlebbar, sondern auch lebbar werden.
Über sinnenhafte Erfahrung stiften sie liebevolle Beziehung zwischen Mensch und Natur, und sie stärken ein natürliches Eingebunden-Sein in den Fluss des Lebens.
Lebendige oder gar heilige Beziehungen zwischen Mensch und Natur, beseeltes, dialogisches und kooperatives Weltenverständnis kommen in unserer von Technik und Ökonomie bestimmten Zeit wie Narren daher. Solche Narren sind mir lieb! Wie schön, dass sie uns zum Tanz einladen und dazu beitragen, dass wir die Tradition der Orixás in der Terra Sagrada im deutschsprachigen Europa so freudvoll und tief praktizieren können. Olorum motumbá!
Ya Habiba de Oxum Abalô, April 2010
 
In der Freude sein
Viele Menschen, die eine Gira oder ein anderes öffentliches Ritual dieser Tradition besuchen, melden uns neben vielen anderen Elementen immer wieder eines zurück: Wie berührend es ist, dass spirituelle Praxis mit Freude, Kraft und Disziplin gelebt werden kann.
Sie sprechen mir aus dem Herzen. Tatsächlich ist es immer wieder ein kleines Wunder, wenn sich im gemeinsamen rituellen Singen und Tanzen, Freude ausbreitet und wie ein magisches Fluidum den Raum erfasst und die Wesen in ihm.
Freude lässt sich nicht erzwingen, nicht einüben, nicht herstellen - sie ist ein Geschenk, das wir annehmen können.
Caboclos, Pretos Velhos und Orixás sind offenbar grosszügig, was Freude anlangt. Sie freuen sich selbst an der Freude. So entstehen auf dem Weg ganz nebenbei viele Gelegenheiten für Filhos und Gäste, das Annehmen und Fliessenlassen von Freudenkraft zu erleben und das Heilsame und Heilige darin zu entdecken. Darüber bin ich als Mãe de Santo unendlich dankbar,
Yá Habiba de Oxum Abalô, Februar 2010
 
As Aguas de Oxalá
Zu Beginn eines neuen Jahres feiern viele Häuser, die der Orixátradition verbunden sind, die Rituale der "Wasser von Oxalá".
Dabei tauchen sie einmal mehr in einen Mythos ein: durchleben, erleben und erhalten ihn und die Kraft, die in ihm wohnt, in zeremonieller Verdichtung.
Hier erzählt die Geschichte von einem Alten, der auf der Reise zu seinem Sohn viele Demütigungen erleidet und letztlich unschuldig im Gefängnis landet.
Sieben Jahre bleibt er dort - still und geduldig aber im Herzen verbunden mit dem Recht - während das Land draussen langsam verwelkt und vertrocknet. Erst als der Sohn seinen Vater im Kerker entdeckt und dafür sorgt, dass er befreit, gewaschen, gepflegt, genährt, in neue Kleider gehüllt und wieder mit der Welt verbunden wird, kehrt neuer Segen ins Land zurück.
Die "Aguas von Oxalá" sind so Zeiträume der Erneuerung und Wiederverbindung: mit tiefer Einsicht, klärender Ordnung und jener Natur, die lebt und nährt.
Möge dieses neue Jahr begleitet sein von der weisen Geduld des Oxalufá und seiner Bereitschaft, die heilende Kraft des Wassers und die Wieder-Verbindung mit dem Weltenlauf weitherzig anzunehmen. Auch mit der Entschiedenheit und Kraft von Xangô Gleichgewicht zu suchen, dort, wo es auf der Strecke blieb. Und nicht zuletzt vom verwandelnden Wesen der erneuernden Liebe, das den süssen Wassern von Oxum innewohnt.
In grosser Liebe und Verbundenheit,
Ya Habiba de Oxum Abalô, Januar 2010
 
"Il faut manger la vie"
sagen Heiler aus Afrika, erzählte David Signer im Rahmen der Hörbuchvernissage Ilê Axé Oxum Abalô in Zürich. Ja, das Leben will gegessen werden, ganz, nicht nur aus der Distanz beobachtet, sondern innig gelebt, mit Haut und Haar. So ist auch der Weg der Orixás, ein Weg der Ekstase und Hingabe an das Leben, in dem sich sakrale und profane Räume durchdringen.Wir müssen das Leben essen, mit allem drum und dran eintauchen in die fortwährende Wandlung, in der wir und die Welt sich befinden.
Mit diesem tiefen Vertrauen, dass dann in uns Platz nimmt, mit dem lässt es sich leben und sterben - in vielen grossen und kleinen Aufgaben. In den vergangenen Wochen begleitet uns in diesem Prozess "O velho Omulú" - und ich bin dankbar für das oft unscheinbare und doch so mächtige, das in diesem Orixá der Transformation und Heilung beheimatet ist. In diesem Sinn sind die aktuellen Giras besondere Feste zu Ehren von Omulú/Obaluaiê - Atotô Ajubero!
Ya Habiba, November 2009
 
Olorun está no Aiyê...
heisst es in einem der Lieder. Es erzählt von Olorun, der Schöpfungskraft, die auf der Erde gegenwärtig ist. So einfach ist das Lied und doch so tief, wenn aus ihm Erfahrung wird. Olorun está no Aiyê ist eine achtsame und fortwährende Annäherung an das Lebendige und seine Mysterien. Dieser Bewegung Raum und Zeit, Rahmen und Mittel zur Verfügung zu stellen, ist die Aufgabe eines Terreiro.

Ich danke von Herzen für all die Stunden des gemeinsamen Tanzes, des Gesangs und der Schönheit der rituellen Räume drinnen und draussen in der Natur.
Und vor allem für die vielen Momente der Gnade, die sich schelmisch und grossartig, tröstlich und atemberaubend auftun können.
Ya Habiba, Sommer 2009
 
Ogum foi ao mar, para saudar a Yemanjá
Einer grossen friedvollen Begegnung von Ogum, dem Feuer, und Yemanjá, dem Meer, waren die letzten Rituale gewidmet. Und so wie nach dem Untergang der Sonne im Meer eine dunkle Nacht folgt, ehe das Licht sich wieder neu gebiert, waren die Barcos gefüllt von existentieller Tiefe und grossen Geschenken.
 
Ich danke allen Gästen und Filhos für ihr Vertrauen und ihre Hingabe sowie allen Entitäten und Orixás für ihren grosszügigen Schutz und ihr Geleit. Möge jene grosse Kraft in den Giras von Graz, Vorarlberg und Zürich sowie in Zukunft in den öffentlichen Assentamentos in Landsberg und Berlin weiterwirken.
März 2009, Yalorixá, Mãe Habiba de Oxum Abalô
 
Reisen zwischen den Jahren
Noch immer aufgewühlt, staunend und ergriffen bin ich im Nachklang einer grossen Reise, die zu indianischen Kulturen Südamerikas und damit zu einer wichtigen Wurzelkraft unserer Tradition führte. Ich danke jedem Tor, jeder Spur und jedem Moment, die uns mit der Tiefe dieses spirituellen Raumes unmittelbarer verbunden haben: Mit dem Verständnis von Communität, der direkten Beziehung zur Erde und in all dem immer wieder der innigen Ausrichtung zur Sonne. Mögen die Erfahrungen und Begegnungen zu einer guten Ordnung finden und als liebende Kraft in die Rituale und das Wirken der Terra Sagrada einfliessen. Ya Habiba, Januar 2009
 
Das Mysterium der Orixás
Vielleicht ist die Idee der Hingabe heute nicht modern. Die Hingabe an eine mystische Dimension des Daseins umso weniger. Und doch sind Orixás nichts Geringeres als das in Naturkräften innewohnende Heilige, das Numinose. Sie sind Prinzipien, Wirkstoffe des Lebendigen, Mysterien. Mit dem Assentamento der Feitura im November 2008 wird Terra Sagrada vom Segen von fünf Orixás „beatmet“: Xangô, Logunede, Oxum, Yemanjá und Tempo. Welch Reichtum und welch Geschenk, ihrer Manifestation, ihrer Schönheit und Einmaligkeit und ihrem kräftigen Wirken so nahe sein zu dürfen. Tausendmal sei Dank den Schutzkräften, die all das ermöglichen und geleiten. Axé, Ya Habiba, Dezember 2008
 
Spirituelle Organisationsformen
Die wahre Führung eines Terreiros sind die Orixás. Sie setzen Impulse, stellen Aufgaben, setzen Grenzen, sie belohnen, schicken Visionen, Einsicht und Ordnung. Sie sind das Leben, das Blut, das Herz, der Hauch des Systems.
So liegt die Kunst in der irdischen Organisation und der menschlichen Führungsstruktur eines Terreiros darin, eine Basis zu bieten, auf der sich Orixás manifestieren, ihre Impulse verstanden und in Handlung umgesetzt werden können. Es geht um die Herausbildung von Führungs- und Gemeinschaftsstrukturen, in denen die Orixás die aufmerksamkeitsbildenden Kräfte bzw. die inneren Quellen sind. Ya Habiba, August 2008
 
Lebendige Mystik
Die Liebe zum Leben pflegen, dem Sinn zwischen den Dingen und Zeiten folgen, uns bei lebendigem Leib dem fortwährenden Wandel aussetzen, Dasein und Atmen, in banalen Tätigkeiten das Ganze wahrnehmen, dem Mysterium lauschen und doch in Verantwortung sein für jeden Schritt.
In grosser Dankbarkeit für die segensreichen Momente der Vivencia sowie den Giras der vergangenen Wochen und im stillen, tiefen Vertrauen in das,
was uns als Nächstes ruft. Ya Habiba, Juli 2008
 
Dem Ruf folgen...
Es ist eine grosse Freude, Ehre und Verantwortung, die Tradition der Orixás in unserem Kulturraum zu pflegen. Dafür sorgen, dass die Rituale voll Tiefe und Sinn sind, dass das breite mündlich überlieferte Wissen weiter lebt, Strukturen hüten, die dem spirituellen Lernen dienen und in Bewusstsein und Bewegung hier einen Raum erschaffen, in dem sich das Materielle und Immaterielle liebevoll durchdringen.
Aus tiefem Herzen danke ich allen Menschen sowie allen inneren und äusseren Kräften, die dazu beitragen, dass die terra sagrada diesen Aufgaben gesammelt und humorvoll nachgehen kann. Ya Habiba, Mai 2008